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30.07.2021

Handlungsfähigkeit bei Schmerzen erhalten

Patientin verabreicht sich Medikamente selbst – Ärzte überwachen Schmerzpumpe

Diana Vorthmann ist eine Kämpferin. Die 54jährige Graphik-Designerin hatte einen unklaren verdächtigen Herd an der Lunge. Deswegen hat Dr. Guido Scholz, Chefarzt der Klinik für Thoraxchirurgie des Brüderkrankenhauses St. Josef Paderborn, einen chirurgischen Eingriff am Brustkorb durchgeführt. Die Brustwand ist sehr schmerzempfindlich. Durch die Zugänge zur Lunge können nach der Operation deutliche Schmerzen auftreten, deshalb ist eine gute Schmerztherapie eine der wesentlichen Säulen der Versorgung nach der Operation und ein zentrales Anliegen bei der ständigen Weiterentwicklung des Lungenkrebszentrums.
Durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit der Klinik für Thoraxchirurgie mit der Klinik für Anästhesiologie, operative Intensivmedizin und Schmerztherapie kann schon am OP-Tag für die Patientin ein möglichst schmerzarmer Heilungsverlauf eingeleitet und somit der Klinikaufenthalt verkürzt werden.

Während und nach dem Eingriff kümmert sich die Klinik von PD Torsten Meier zusammen mit seinen Spezialisten aus dem Akutschmerzdienst um die Patientin. „Über einen zentralen Schmerzkatheter, einen so genannten Periduralkatheter, der in der Nähe des Rückenmarks platziert ist, bekommt Diana Vorthmann Schmerzmittel“, erklärt Dr. Indira Ruch, Oberärztin in der Klinik für Anästhesiologie und Leiterin des Akutschmerzdienstes. Ein individuell auf die Bedürfnisse der Patientin eingestellter Computer gibt Lokalanästhetika ab. „Schmerzspitzen kann die Patientin selbst

abfangen, auf Knopfdruck steht dafür eine Dosis bereit – sozusagen eine Extraportion Schmerzmittel“, so Dr. Ruch. Die Tagesdosis ist über den Computer begrenzt, sie wird je nach Verlauf der Beschwerden individuell bei Bedarf neu angepasst. Dazu findet zweimal täglich eine Akutschmerztherapie-Visite statt.

Diana Vorthmann erholt sich gut von dem Eingriff. Die ehemalige Leistungssportlerin mobilisiert auch 15 Jahre nach ihrer Diagnose immer wieder neue Kräfte, um die Herausforderungen anzupacken. „Ich habe eine multiple Krebserkrankung“, sagt sie, „man könnte meinen, ich hätte mich an Schmerzen gewöhnt.“ Das ist nicht der Fall! Obwohl sie in den vergangenen Jahren schwere Operationen und einschneidende Therapien weggesteckt hat, ist sie keineswegs abgehärtet gegenüber Schmerzen: „Das erwischt einen immer wieder neu. Ich bin so dankbar, dass mir die Experten im Brüderkrankenhauses diese Last nehmen können“, sagt sie.

Das pflegerische und das ärztliche Team sei in diesen speziellen Pandemie-Zeiten das Tor zur Außenwelt, denn Besuche sind nach wie vor nur sehr eingeschränkt möglich, berichtet Diana Vorthmann. Sie sagt: „Ich bin froh, wenn ich den nächsten Schritt geschafft habe“: Damit meint sie unter anderem die Entlassung aus dem Krankenhaus. Wenn sie wieder zu Kräften gekommen ist, wird sie die Spaziergänge mit dem Hund aufnehmen, die Bewegung an der frischen Luft tut ihr gut.

„Würde ich den ganzen Tag nur an meine Erkrankung denken und daran, was künftig noch auf mich zukommt, würde ich durchdrehen“, die Patientin geht pragmatisch um mit ihrem Schicksal. Der Krebs ist einschneidend und er ist Teil ihres Lebens, aber er bestimmt es nicht ununterbrochen.

So wie sie den Operateuren, den Schmerzmedizinern und den Pflegerinnen vertraut, so setzt sie auch auf die MRT-Untersuchungen, denen sie sich alle drei Monate unterzieht: „Indem mein Körper regelmäßig durchleuchtet wird, bleibe ich handlungsfähig. Ich weiß dann, womit ich es zu tun habe und kann gemeinsam mit den Ärzten eine Strategie entwickeln.“

Vorerst können die Schmerzmedikamente reduziert werden, das sieht Dr. Indira Ruch auf dem Computer und das hört sie von ihrer Patientin. Wieder ist ein kleiner Schritt Richtung Normalität geschafft.

Dr. Indira Ruch prüft den Schmerzkatheter von Diana Vorthmann. Bei starken Schmerzen kann sich die Patientin per Knopfdruck zusätzliche Medikamente selbst verabreichen.
Dr. Indira Ruch prüft den Schmerzkatheter von Diana Vorthmann. Bei starken Schmerzen kann sich die Patientin per Knopfdruck zusätzliche Medikamente selbst verabreichen.

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