Die groß angelegte vergleichende Untersuchung an 300 Patienten weist erstmals nach, dass eine Operation, in der die Wirbel zunächst aufgerichtet und dann auszementiert werden, klare Vorteile gegenüber dem konservativen, also nicht operativem Vorgehen bringt. Rückenschmerzen, Lebensqualität und auch der Schmerzmittelbedarf der Patienten verbesserten sich sowohl schon kurzfristig eine Woche nach dem Eingriff, als auch noch langfristig nach einem Jahr im Vergleich zu den konservativ Behandelten. Der Co-Autor der im renommierten Ärztemagazin Lancet publizierten Studie Dr. Christian Müller aus der Unfallchirurgischen Klinik der Medizinischen Hochschule Hannover, stellte die spektakulären Ergebnisse jüngst auf Einladung der Klinik für Wirbelsäulenchirurgie des Brüderkrankenhauses St. Josef der interessierten Paderborner Ärzteschaft vor. „Die Operation bietet einen klaren Behandlungsvorteil“, so Müller. Bei der sogenannten Kyphoplastie wird zunächst ein Ballon in den Wirbel eingeführt und dann vorsichtig aufgeblasen, um den Wirbel wieder aufzurichten. Der so entstandene Zwischenraum und die wabenförmige Oberfläche des erkrankten Wirbels werden mit einer speziellen Zementmischung aufgefüllt. Die leitenden Ärzte der Klinik für Wirbelsäulenchirurgie im Brüderkrankenhaus St. Josef Paderborn Dr. Gregory Köppen und Dr. Carsten Schneekloth haben sich auf diese Operation von osteoporotischen Wirbelkörperbrüchen spezialisiert und auf diese Weise bereits vielen Patienten geholfen. Sogar bei Wirbelkörpermetastasen setzen sie die Methode erfolgreich ein. Sie hoffen, dass mit der Vorstellung der Ergebnisse ein Umdenken stattfindet und Patienten nun frühzeitig bezüglich der Frage einer operativen Behandlung vorgestellt werden.

