Lungenzentrum: Kältesonde verschafft Atemluft

Mehr Luft zum Atmen

Der kleine „Kältekopf“ an der Spitze der Sonde ist das entscheidende technische Detail. Mit dem Bronchoskop führt der Mediziner das Gerät in die Luftröhre, Bronchien oder Lunge des betäubten Patienten ein, um eine Gewebeprobe zu entnehmen. Per Knopfdruck friert er das Gewebe auf minus 90 Grad an und entnimmt es. „Der Vorteil dieser Methode liegt in der hohen Qualität des Probenmaterials“, erläutert Dr. Hans-Christian Buschmann, Leiter des Lungenzentrums im Brüderkrankenhaus. „Bei der herkömmlichen Bronchoskopie wird das Gewebe mit einer kleinen Zange abgetragen, was zwangsläufig zu Quetschungen führt, die das Ergebnis der feingeweblichen Untersuchung am Mikroskop pathologischen Untersuchung verfälschen können. Mit Hilfe der Kryosonde gewinnt man hingegen aussagekräftigere und größere Proben, die eine bessere Diagnosestellung bei Tumoren der Bronchien oder Erkrankungen der Lunge erlauben. So kann die Behandlung eines Patienten besser gesteuert werden.

Hilfe für Tumorpatienten

Der Einsatz der Sonde erfordert ein hohes Maß an Erfahrung und fachlicher Kompetenz. „Wir setzen diese Methode nicht nur bei der Probenentnahme sondern auch bei der Behandlung von nicht operablen Tumoren ein“, erklärt Dr. Buschmann. Blockiert ein Tumor die Luftröhre oder die großen Bronchien, leidet der Patient unter schwerer Atemnot und entwickelt schwere Lungenentzündungen durch einen Sekretstau. Mit der Kältesonde können in Narkose große Stücke des Tumors festgefroren und abgetragen werden, so dass der Patient wieder besser Luft bekommt. Die Methode ist für den Erkrankten schmerzfrei, nebenwirkungsarm und kann im Falle von Atemwegsblockaden lebensrettend sein. Das Lungenzentrum ist seit über drei Jahren am Brüderkrankenhaus St. Josef Paderborn etabliert. Spezialisten aus den Bereichen Lungenheilkunde, Lungenchirurgie, Chemo- und Strahlentherapie arbeiten eng vernetzt zusammen, um für Patienten mit gutartigen und bösartigen Erkrankungen der Lunge und der Atemwege die bestmögliche Therapie anzubieten.

Kontakt & Information

Dr. med. Hans Christian Buschmann
Chefarzt der Klinik für Pneumologie und Allgemeine Innere Medizin
Telefon: +49 (0)5251 702-1470
hc.buschmann@bk-paderborn.de

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