Passionierter Chefradiologe geht in den Ruhestand

Dr. Nöcker





















Dr. med. Dietrich Nöcker, Chefarzt der Klinik für Radiologische Diagnostik und Nuklearmedizin am Brüderkrankenhaus St. Josef in Paderborn, geht nach 29 Jahren an der Husener Straße in den Ruhestand. In einer Feierstunde im Hotel Aspethera würdigten Kollegen und Vertreter des Barmherzige Brüder Trier e.V., in dessen Trägerschaft sich das Brüderkrankenhaus befindet, seine herausragenden Leistungen.

Der Kaufmännische Direktor des Brüderkrankenhauses, Dr. Martin Meyer, lobte Dietrich Nöcker als einen Chefarzt mit Weitsicht und Durchsetzungsvermögen, der die Geschicke des Hauses bis zuletzt erfolgreich mitgestaltete und die Mitarbeiter zu Höchstleistungen motivieren konnte. Mit acht Vollkräften im ärztlichen und 15 im medizinisch-technischen Dienst erbringt die Abteilung jährlich mehr als 35.000 radiologische Leistungen.


„Ihnen ist es stets gelungen, mit den knappen Ressourcen optimale Ergebnisse zu erzielen,“ wendet sich Dr. Meyer an den Facharzt für Radiologische Diagnostik und Nuklearmedizin. Als Beispiel zitiert er das 2002 im Brüderkrankenhaus installierte MRT (Magnetresonanztomograph), welches in Kooperation mit der Röntgenpraxis Alte Torgasse betrieben wird. Dieses erfolgreiche Projekt sei ebenso wie die für Oktober 2007 geplante Inbetriebnahme des PET-CT maßgeblich Dr. Nöckers Engagement zu verdanken.

Die Laudatio vor mehr als hundert geladenen Gästen hielt sein Kollege und Kompagnon Dr. Horst Leber, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Klinik für Strahlentherapie, der 1980 selbst als Assistent in der Abteilung für Radiologie, Nuklearmedizin und Strahlentherapie unter der Leitung von Dr. Hermann Keller und Dr. Nöcker seine Karriere begann.

Er beschrieb Dr. Nöcker als passionierten Radiologen mit „tiefem Interesse an der Onkologie“. Beim Ringen um die richtige Diagnose habe er sich nie hinter den Maschinen versteckt, sondern er habe seinen Mitarbeiter beigebracht, sie immer nur im Sinne des Patienten zu nutzen und bei aller Bildverliebtheit nicht zu vergessen, dass ein Radiologe auch Kliniker sein und sich selbst ein klinisches Bild des Patienten machen sollte. Neben seiner strukturierten ziel- und lösungsorientierten Arbeitsweise - Leber nennt hier beispielhaft das stets ordentliche Arbeitszimmer, welches am Morgen aussehe als sei sein Besitzer für längere Zeit verreist - habe Nöcker vor allem auch durch sein gewinnendes Wesen und seine Überzeugungskraft bei Konflikten beeindruckt. Durch seinen enormen Einsatz habe er die Zukunft der Abteilung mehr als nur sichergestellt. Von 1987 bis 1997 stellte Dr. Nöcker als Ärztlicher Direktor wichtige Weichen für die Zusammenarbeit der Paderborner Krankenhäuser. 20 Jahre lang war der Chefarzt Facharztprüfer für Radiologie und 15 Jahre Mitglied der Radiologiekomission der Ärztekammer.

Der ausscheidende Chefarzt bedankte sich herzlich beim ehemaligen Träger, den Missionsschwestern vom Kostbaren Blut, die das damalige Josefskrankenhaus von 1966 bis1996 führten, sowie beim derzeitigen Träger, den Barmherzigen Brüdern: „Sie haben stets Verständnis für den hohen technischen Aufwand gezeigt, der für die Qualität der radiologischen Diagnostik erforderlich ist. Sie haben keine Investitionen gescheut.


Die Radiologie ist heute die führende Diagnostikmethode. Das Brüderkrankenhaus hat immer auf die neusten technischen Entwicklungen reagiert. Ein Beispiel dafür ist das PET-CET, welches im Oktober in Betrieb genommen wird. Damit sind wir eine von weniger als 30 Kliniken deutschlandweit, die diese nuklearmedizinische Diagnosemethode anbieten.“


Das PET-CT erstellt Fusionsbilder, auf denen man selbst kleinste Tumore und Metastasen sichtbar machen und exakt lokalisieren kann- „Der Wunschtraum eines jeden onkologisch ausgerichteten Krankenhauses“ meint Dr. Horst Leber, Ärztlicher Direktor des Brüderkrankenhauses.

Festredner Professor Peter Schallenberg, Ordinarius der Theologischen Fakultät Fulda führte auf höchst unterhaltsame Weise vor, wie Krankenhäuser in christlicher Trägerschaft ihr Profil erhalten und schärfen können. Ökonomie und Menschlichkeit zu vereinbaren - hierin sieht auch Dr. Nöcker die Herausforderung für die Zukunft der Krankenhäuser in freigemeinnütziger Trägerschaft. Als Chefarzt habe er sich selbst stets um diesen Ausgleich bemüht und er hoffe, dass dieses Vermächtnis weiter getragen werde.