Dr. med. Keberle, Facharzt für Diagnostische Radiologie, wechselte von der Medizinischen Hochschule Hannover an die Pader. Seine Schwerpunkte liegen sowohl in der Diagnostik als auch in der radiologisch-interventionellen Therapie von Tumorerkrankungen.
Keberle findet nach eigenen Angaben eine Klinik vor, die in der apparativen Ausstattung mit dem Standard von Universitätskliniken konkurrieren kann: Im Oktober geht das PET-CET in Betrieb. Dieses Gerät liefert durch die Fusion von Bildern aus der Positronen-Emissions-Tomographie und der Computer-Tomographie hochpräzise Bilder zur Therapieplanung und Kontrolle bösartiger Tumoren. „Ich freue mich dieses von meinem Vorgänger initiierte zukunftsweisende Projekt begleiten zu dürfen, welches die Qualität der Versorgung krebskranker Menschen im Hochstift Paderborn weiter verbessert“, so Keberle.
Als leitender Arzt für den Fachbereich der Nuklearmedizin unterstützt ihn Dr. Jens Czyborra-Brinkmann seit dem 1. Juni 2007. Er betreut auch die am 16. April eröffnete neue und von zwei auf vier Betten aufgestockte Abteilung für die Radiojod-Therapie. Patienten mit bestimmten Schilddrüsenerkrankungen werden hier in vier Zimmern mit Hotelcharakter und Blick auf den Krankenhausgarten behandelt, während die Patienten früher noch zur Radiojodtherapie in den strahlengeschützten im Volksmund als „Bunker“ bezeichneten Tiefkeller mussten. Jetzt wohnen sie in modernen mit warmen Kirschholz, indirekter Beleuchtung und Flachbildfernsehern ausgestatteten Zimmern. „Wir haben die Zimmer in enger Anlehnung an unsere Wahlleistungsstationen eingerichtet, so ist ein richtiges Wohlfühlambiente entstanden. Wenn die Patienten schon während der gesamten Behandlung die Abteilung nicht verlassen und das Fenster nicht öffnen dürfen, dann sollen Sie es hier wenigstens schön haben“, so Technikleiter Markus Jordan, der die Bauarbeiten betreute.
Die Radiojod-Therapie dient der Heilung einer krankhaften Überfunktion der Schilddrüse mit Hilfe des radioaktiven Jods 131.
Betonwände und Strahlenschutzglas machen den teilunterkellerten Anbau strahlensicher. Allein die im Keller untergebrachte Abklinganlage schluckte ¼ der Baukosten, insgesamt wurden 2 Mio. Euro aus Fördermaßnahmen des Landes investiert. Dem Strahlenschutz wird Rechnung getragen durch einen achtfachen Luftwechsel pro Stunde im gesamten radioaktiven Kontrollbereich. Die gesamten Abwässer der Therapiestation werden in einer Abklinganlage aus drei jeweils 20.000 Litern umfassenden Behältern gesammelt. Das Abwasser wird erst aus der Abklinganlage an das öffentliche Kanalnetz abgegeben werden, wenn es bezüglich der Radioaktivität die gesetzlichen Grenzwerte unterschritten hat. An einem Messplatz wird die Radioaktivität kontrolliert. Auch die Wäsche wird in einer speziellen Kammer zum Abklingen gesammelt.
Die Radiojodtherapie ist seit Jahren ständig ausgebucht, zurzeit warten die Patienten drei Monate auf einen Behandlungstermin.
In einer Feierstunde im Café-Restaurant Ambiente des Brüderkrankenhauses vor hundert geladenen Gästen wurden die beiden Ärzte in ihr Amt eingeführt. Dr. Horst Leber, der ärztliche Direktor des Brüderkrankenhauses und Chefarzt der Strahlentherapie betonte in seiner Ansprache die zunehmede Bedeutung der Interdisziplinarität. „Interessant ist, dass mit der Untersuchungsmethode des PET-CT der Radiologe und der Nuklearmediziner sehr eng zusammenarbeiten müssen, um die optimale diagnostische Ausbeute zu erlangen. Aber auch der Kontakt zur Strahlentherapie wird sich intensivieren“, prognostiziert Dr. Leber. Der Kaufmännische Direktor des Brüderkrankenhauses Dr. Martin Meyer ist überzeugt, dass das Brüderkrankenhaus als onkologischer Schwerpunkt Paderborn/Höxter mit der erweiterten Nukleartherapie und den neuen leitenden Ärzten hervorragend aufgestellt ist.
Von links nach rechts: Bruder Rainer Hellinger, Hausoberer, Werner Hemmes, Mitglied des Geschäftsführenden Vorstands des Barmherzige Brüder Trier e.V., Dr. med. Jens Czyborra-Brinkmann, leitender Oberarzt der Nuklearmedizin, Dr. med. Marc Keberle, Chefarzt der Klinik für Radiologische Diagnostik und Nuklearmedizin und Dr. Martin Meyer, Kaufmännischer Direktor des Brüderkrankenhauses St. Josef