Nach 27 Jahren am Brüderkrankenhaus St. Josef Paderborn geht der Chef der Klinik für Allgemein-, Thorax und Visceralchirurgie, Dr. med. Herbert Anheier, in den Ruhestand. Im Rahmen einer Feierstunde im Hotel Aspethera würdigten Kollegen und Vertreter des Barmherzige Brüder Trier e.V., in dessen Trägerschaft sich das Brüderkrankenhaus befindet, seine Verdienste um die Patienten und das Haus.
85.000 stationär behandelte Patienten. Auf diese eindrucksvolle Zahl blickt Dr. med. Herbert Anheier nach 27 Jahren am Brüderkrankenhaus St. Josef Paderborn zurück. 24 Jahre war er davon Chefarzt und hat die Entwicklung der Chirurgie an der Husener Str. entscheidend geprägt. Um den beginnenden Ruhestand gemeinsam zu feiern, versammelten sich Kollegen, Freunde und Weggefährten und sprachen Dr. Anheier in zahlreichen Reden Anerkennung für seine Arbeit aus.
Die Laudatio vor den mehr als hundert geladenen Gästen hielt sein langjähriger Kollege, der ehemalige Chefarzt der Klinik für Radiologische Diagnostik und Nuklearmedizin, Dr. med. Dietrich Nöcker. Selbstvertrauen und Entschlossenheit, Mut, auch unkonventionelle Wege zu gehen sowie medizinisches Können und Erfahrung seien das Rüstzeug für einen guten Arzt. Anheier verfüge nicht nur über diese Eigenschaften, sondern habe zudem mit unermüdlichem Einsatz die Verantwortung für jeden Eingriff, jeden Patienten und jeden seiner Mitarbeiter getragen. „Auf hohem Niveau hat Dr. Anheier sein Bestes gegeben und hinter einer manchmal rauen Schale ein hohes ärztliches Ethos bewahrt.“, so Nöcker.
In sehr persönlichen Worten bedankten sich das Direktorium des Brüderkrankenhauses, sowie Vertreter der Ärzte und des Pflegepersonals für die stets sehr menschliche, faire und konstruktive Zusammenarbeit. Der Chirurg konnte sowohl den Druck der beständigen Verantwortung als auch den Spagat zwischen Medizin und Ökonomie auf herausragende Weise meistern. „Trotz steigender Patientenzahlen und beständig sinkender Verweildauern, hat Dr. Anheier nie den Patienten als Menschen aus den Augen verloren.“, würdigte Dr. Meyer, Kaufmännischer Direktor des Brüderkrankenhauses, die Leistung des Mediziners. Die Ausweitung des medizinischen Spektrums, die zuletzt in der Gründung der eigenständigen Klinik für Thoraxchirurgie mündete, ist von Anheier stets unterstützt und vorangetrieben worden.
Werner Hemmes, Mitglied des geschäftsführenden Vorstandes des BBT e.V., betonte die Werte, für die Anheier in all seinen Berufsjahren unbeirrt eingestanden sei: „Es ist zum einen die grundsätzliche Wertschätzung allen Menschen gegenüber, was Ausdruck seiner christlichen Überzeugung ist. Zum anderen ist es die Akzeptanz des Auftrages, den Menschen heilen zu wollen und dafür bedingungslos einzutreten.“
Der ausscheidende Chefarzt bedankte sich seinerseits beim ehemaligen Träger, den Missionsschwestern vom Kostbaren Blut, die das damalige Josefskrankenhaus von 1966 bis1996 führten, sowie beim derzeitigen Träger, den Barmherzigen Brüdern. „Nach 36 Jahren als Chirurg gebe ich nun eine Berufstätigkeit auf, die mir viel Freude und Zufriedenheit gegeben hat.“, resümierte Anheier. Dennoch fand er auch kritische Worte. Der wachsende Druck der Ökonomie auf die Medizin drohe das Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patienten zu beschädigen und führe langfristig zu einer Zweiklassenmedizin. „Eine Welt, in der Reichtum Leben verlängert, gilt es unbedingt zu verhindern.“, warnte der Chirurg. Besonders seinen beiden Amtsnachfolgern, Frau Dr. med. Ricarda Diller und Herrn Dr. med. Guido Scholz, wünschte er daher für die berufliche Zukunft alles Gute und vor allem eine glückliche Hand.
Für viel Abwechslung im Ruhestand wird die Familie, besonders die drei Enkelkinder, sorgen. Aber auch seinem lange Zeit vernachlässigten Hobby wird der Arzt nun mehr Zeit widmen können: Als neue Aufgabe hat Anheier die Landwirtschaft ausgewählt.