5 Jahre Psychoonkologie am Brüderkrankenhaus

Anlässlich des Jubiläums stellte sich auch das „Psychosoziale Netzwerk Onkologie“ erstmals der Öffentlichkeit vor. In Vorträgen und einer Podiumsdiskussion wurden Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der psychoonkologischen Versorgung thematisiert.

 
In Deutschland gibt es mehr als 400.000 Krebsneuerkrankungen pro Jahr, wie Studien des Robert Koch Instituts belegen. Hinter dieser Zahl stehen Patienten, die mit einer oft lebensverändernden Diagnose konfrontiert werden. „Onkologische Patienten benötigen nicht nur individuelle medizinische Therapiemaßnahmen“, so Dr. med. Horst Leber, Chefarzt der Klinik für Strahlentherapie und Ärztlicher Direktor des Brüderkrankenhaus St. Josef Paderborn. „sondern häufig professionelle psychologische Betreuung, die über die allgemeine ärztliche Qualifikation hinausgeht.“ Aufgrund dieses Medizinverständnisses setzte sich Leber frühzeitig für eine psychoonkologische Betreuung im Brüderkrankenhaus ein, die im Rahmen eines OWL-weiten Projektes der SULO-Stiftung (später Carina-Stiftung), seit Mai 2004 durch Diplompsychologin Ruth Wiedemann realisiert werden konnte.
 

Ein funktionierendes Netzwerk

Die Berlinerin wechselte vor fünf Jahren mit dem Ziel in die Paderstadt, nicht nur die Psychoonkologie zu etablieren, sondern allgemein die psychologische Patientenbetreuung zu verbessern. Nach der Aufbauarbeit der ersten Jahre, blickt sie nun auf eine klare Versorgungsstruktur für die Klinikpatienten, eine wachsende Nachfrage und ein gut funktionierendes Netzwerk mit externen Kooperationspartnern: „Gerade die Zusammenarbeit mit den verschiedenen professionellen Anbietern psychosozialer Unterstützung für Krebspatienten und ihre Angehörigen in Paderborn und Umgebung, ermöglicht es, dass Patienten und Angehörige sowohl während der stationären Behandlung, als auch nach ihrer Entlassung umfassende Hilfe erfahren.“ Die gute Kooperation und Vernetzung inner- und außerhalb der Klinik wurde auch auf der Festveranstaltung deutlich: Rund 140 Teilnehmer nutzten den Tag, um Informationen zu sammeln und sich auszutauschen. Die Bedeutung und der steigende Bedarf an psychoonkologischer Versorgung standen dabei außer Frage.
 
„Mit Veränderungen des medizinischen Profils geht auch eine Veränderung der Nachfrage nach psychologischen Unterstützungsleistungen einher“, beschreibt Wiedemann die Entwicklung der letzten Jahre. Die steigende Nachfrage hat dazu geführt, dass inzwischen zwei weitere Kolleginnen zum Team gehören. Gemeinsam bilden sie den Psychologischen Fachdienst am Brüderkrankenhaus und haben damit das Angebot über die Onkologie hinaus erweitet. Weitere Arbeitsschwerpunkte sind die Behandlung von Patienten mit chronischen Schmerzen und nach akuter Traumatisierung wie z.B. nach einem schweren Unfall. „Nach fünf Jahren sind wir unserem Ziel, die psychologische Versorgung unserer Patienten zu verbessern, ein bedeutendes Stück näher gekommen“, resümiert Dr. Leber. „Bleibt zu hoffen, dass auch die Gesundheitspolitik diese Linie weiter mit verfolgt.“
Das psychosoziale Netzwerk Onkologie

"Wir unterstützen Menschen, die in einer schwierigen Lebensphase Hilfe benötigen."
Mehr zum psychologischen Fachdienst

Dipl.-Psych. Ruth Wiedemann
Diplom-Psychologin, Psychologische Psychotherapeutin, Leiterin Psychologischer Fachdienst
Telefon: +49 (0)52 51 702-3493
r.wiedemann@bk-paderborn.de