25-jähriges Jubiläum der Urologie

Paderborn (WV). St. Liborius, der Paderborner „Steinheilige”, hängt zwar noch im Wartezimmer. Bei der Arbeit verlassen sich die Urologen des Paderborner Brüderkrankenhauses St. Josef aber lieber auf Skalpell, Laserstrahl und Stoßwelle.

Auf der Jubiläumsfeier lauscht das Auditorium den Redner

Der technologische Fortschritt hat die Urologie in den vergangenen 25 Jahren verändert. Genau so lange, seit 1983, gibt es die Fachabteilung für Urologie und Kinderurologie an dem Paderborner Krankenhaus. Sie ist die einzige im weiten Umkreis mit rund 280 000 potenziellen Patienten. Und seit einem Vierteljahrhundert heißt ihr Chefarzt Dr. Heinz Hoffmann (63). Ihm zur Seite stehen die Oberärzte Dr. Michael Kaiser (50), Dr. Dieter Linden (48) und Dr. Thorsten Meuer (43) sowie fünf Assistenzärzte und 25 Pflegekräfte. Mit einem Festakt wurde das Jubiläum am Samstag gefeiert.
 

Niere, Blase, Harnleiter, Prostata und Geschlechtsorgane sind ihr Arbeitsfeld. Waren die Menschen bei Blasen- und Nierensteinen einst auf das Wohlwollen des Heiligen Liborius angewiesen, können sie heute der ärztlichen Kunst im Brüderkrankenhaus vertrauen. „Statistisch bekommt jeder zehnte Bürger mindestens einmal in seinem Leben einen Stein“, weiß Oberarzt Kaiser.
 
Die schmerzhafte Entfernung mit der Schlinge ist allerdings Vergangenheit. Heute zertrümmert ein modernes Stoßwellengerät die Peiniger in Niere und Harnleiter. Fast ein Drittel der Urologie-„Kunden“ sind Stein-Patienten. Solche Eingriffe sind im Brüderkrankenhaus Routine. Hoffmann und seine Mitstreiter gelten vor allem als Krebs-Spezialisten. „Inzwischen haben wir sehr viel mit bösartigen Tumoren zu tun“, berichtet der Chefarzt. „Prostata- und Blasenkarzinome haben eindeutig zugenommen“.
Dank neuer Behandlungsmethoden wie Strahlen- und Lasertherapie sowie schonender laparoskopischer „Schlüsselloch-Operationen“ sind die Heilungschancen größer, während die Verweildauer in der Klinik kürzer geworden ist. Viele Eingriffe werden ambulant gemacht. „Bei einer Nierenentfernung lagen die Patienten früher vier bis sechs Wochen im Krankenhaus, heute sind es noch durchschnittlich neun Tage“, sagt Oberarzt Linden.
 
Die urologische Klinik im Brüderkrankenhaus verfügt über 52 Betten. Vergangenes Jahr wurden 1724 operative Eingriffe vorgenommen, 2330 Patienten stationär und 2640 ambulant behandelt. Seit 1983 waren es insgesamt rund 55 000 stationäre Patienten.
Wahrscheinlich noch in diesem Jahr bekommt die Abteilung für rund 120 000 Euro einen hochenergetischen Laser zur Behandlung der gutartigen Prostatavergrößerung.
 
Begründet wurde urologische Tradition im damaligen St. Josefs-Krankenhaus übrigens schon vor 38 Jahren durch Dr. Wilhelm Huntgeburth. Er eröffnete 1950 die erste Belegabteilung, was damals als ungewöhnlich innovativ galt. Den Lehrstuhl für Urologie in Münster gibt es erst seit 1975.
 
 
Yvonne Antoine
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