In Ergänzung und als Handlungsorientierung der Unternehmensleitbilder der BBT-Gruppe konnte das vorliegende Pflegeleitbild in Zusammenwirkung von erfahrenen Gesundheits- und Krankenpfleger/innen in die 2. Auflage weiterentwickelt werden.
Im Heilungs- und Genesungsprozess sowie bei der Gesunderhaltung des Menschen bildet die Gesundheits- und Krankenpflege einen wichtigen Bestandteil, dem wir uns, neben allen anderen Bereichen, auch aufgrund unserer Tradition verpflichtet wissen.
Im Sinne der Zielsetzung unserer Orden ist und bleibt das christliche Menschenbild Grundlage und Orientierung unseres Handelns.
Die rasche Entwicklung im Gesundheits- und Sozialwesen und der ständig steigende medizinische Fortschritt, pflegewissenschaftliche Erkenntnisse, der gesellschaftliche und demografische Wandel machen eine Neuorientierung und ein in die Zukunft gerichtetes Pflegeleitbild notwendig.
Mit diesem Pflegeleitbild in der überarbeiteten Fassunf wollen wir den Pflegenden Mut machen, den wichtigen Dienst am Menschen weiterzuführen, um auch künftig eine professionelle und gute Pflege unter Wahrung unserer christlich-ethischen Wertevorstellung sicherzustellen.
Allen, die sich mit uns um kranke, alte, behinderte und sterbende Menschen sorgen, danken wir für ihre Mitarbeit und wünschen ihnen in ihrer Tätigkeit Zufriedenheit und Erfüllung sowie Gottes Segen.
Die Geschäftsführung der BBT-Gruppe
Bruder Alfons-Maria Michels, Andreas Latz, Werner Hemmes, Günter Mosen
Die sozialen und gesellschaftlichen Hintergründe zu Zeiten Peter Friedhofens waren weitgehend geprägt durch Not und Armut großer Teile der Bevölkerung und sie sind mit heutigen Verhältnissen nicht vergleichbar. In diesem Umfeld standen unsere Ordensgründerinnen und Ordensgründer ganz in der Tradition caritativer Krankenpflege, die für sie Liebesdienst im Sinne christlicher Nächstenliebe war.
Seitdem hat sich Krankenpflege als Profession ständig weiterentwickelt. Neue Aspekte sind hinzugekommen. Die Weiterentwicklung der pflegewissenschaftlichen Erkenntnisse und die gesundheitspolitischen Rahmenbedingungen haben die Pflege verändert. Das Krankenpflegegesetz von 2004 betont als weiterführende Aufgabe die Beratung und Anleitung der Patienten und deren Angehörigen. Die zukünftige Entwicklung der Medizin und der Gesundheits- und Krankenpflege wird weiter eine rasante Veränderung in unserem Berufsalltag mit sich bringen.
Unberührt von den verschiedenen Aufgabenfeldern der heutigen Gesundheits- und Krankenpflege bleiben für uns Pflegende die Grundwerte des christlichen Menschenbildes unverändert und tragend. Auch heute können und die Vision und der Auftrag der Ordensgründerinnen und Ordensgründer in der Verwirklichung unseres caritativen Auftrags noch Vorbild sein.
„Was die Krankenpflege betrifft, so kann ich es nicht unterlassen, euch etwas Weniges hierüber zu sagen. Da ihr euch diesem Beruf gewidmet habt, so pflegt die Kranken denn recht in Liebe und in der Geduld. Es ist eine harte Aufgabe, das ist wahr."
(Peter Friedhofen)
Vor diesem Hintergrund ist unser Pflegeleitbild zu sehen:
- Als Ziel- und Handlungsorientierung in der Entwicklung, der Gestaltung und der Qualitätssicherung in der Pfleg.
- Es soll das Bewußtsein für ganzheitliches, christlich orientiertes Handeln zum Wohle unserer Patienten und deren Angehörigen fördern.
Den Leitungskräften dient es als Grundlage bei Führungs-, Personal- und Organisationsentwicklungsaufgaben. In der Aus-, Fort- und Weiterbildung dient es als grundlegende Orientierung.
Ebenso ist jeder Mensch einmalig geschaffen. Er ist immer eine Einheit von Körper, Geist und Seele. Es geht immer um den ganzen Menschen.
So wie wir uns betreut wissen wollen, so wollen auch wir die Patienten und deren Angehörige betreuen.
Wenn wir uns gemeinsam so verhalten, dann wird bei uns die Botschaft des christlichen Glaubens spürbar und erfahrbar, unabhängig davon, welches Bild wir im einzelnen von Gott und den Menschen haben.
Pflege ist für uns die Entwicklung eines aktiven Beziehungsprozesses. Pflegerische Professionalität bestimmt das pflegerische Handeln.
Pflege orientiert sich an den Bedürfnissen, dem Willen und den Möglichkeiten des Patienten sowie an dem ermittelten Pflegebedarf und den Gesundheitsbedürfnissen des Menschen. Unter Einbeziehung des sozialen Umfeldes und der Berücksichtigung seiner Person unterstützt und fördert Pflege den Patienten durch Hilfe zur Selbsthilfe.
In der Ausübung der professionellen Pflege stehen wir dem Patienten und seinen Bezugspersonen als Partner, Anleiter, Berater und Vermittler zur Seite.
Als solche bringen wir uns konstruktiv und kooperativ in das therapeutische Team ein.
Um unsere Pflegepraxis entsprechend unserem Verständnis von Pflege zu gestalten, bedienen wir uns:
des Pflegeprozesses
Dies erreichen wir durch:
Sie bilden eine Grundlage für die professionelle Pflege der uns anvertrauten Patienten.
Dies erreichen wir durch:
Dies ist die Grundlage einer partnerschaftlichen Beziehung zwischen Patient und Pflegeperson und unterstützt positiv den Pflege- und Behandlungsverlauf. Gleichzeitig wird das selbständige und eigenverantwortliche Handeln der Patienten bzw. deren Bezugsgruppen gefördert.
Dies erreichen wir durch:
Eine Gesellschaft, in der nur der Gesunde etwas gilt, ist krank. (NN)
Wir sehen Gesundheit und Krankheit als unterschiedliche Ausdrucksformen des Lebens.
Unser Ziel ist es, die Fähigkeit des Menschen zu unterstützen, einen Zustand des Wohlbefindens oder der Gesundheit zu erreichen.
Dabei ist uns die gesundheitliche Vorsorge ebenso wichtig wie die Behandlung von Erkrankungen. Es ist aber auch unsere Aufgabe, Menschen auf ihrem letzten Weg des Lebend zu begleiten und ihnen ein würdevolles Sterben zu ermöglichen.
Dies erreichen wir durch:
Entscheidend wird letztlich immer sein, was und wie viel wir zu tun bereit sind. (Dieter Sperl)
Die Pflegequalität in unserem Krankenhaus zu sichern und weiterzuentwickeln ist ein Ziel unseres pflegerischen Handelns. Maßstab hierfür ist der zufriedene Patient.
Dies erreichen wir durch:
Bildung bedeutet nicht nur Unterricht – man muss auch den Wunsch zu lernen wecken.
(Philip B. Crosby)
Die theoriebasierende, praxisorientierte Qualifizierung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Pflege ist für uns wichtig. Dies erfordert von uns allen eine aktive Teilnahme an Bildungs- und Trainingsmaßnahmen.
Es geht um die Vermittlung von Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kenntnissen zum Erreichen fachlicher, methodischer, sozialer und ethischer Kompetenz. Darüber hinaus wollen wir in der Aus-, Fort- und Weiterbildung etwas vom Auftrag und dem Geist unserer Einrichtungen vermitteln.
Jungen Menschen eine Ausbildung in den Pflegeberufen zu ermöglichen, sehen wir als zentrale Aufgabe.
Dies erreichen wir durch:
Das eigene Vorbild ist nicht eine Möglichkeit Menschen zu beeinflussen, sondern die Einzige. (Albert Schweizer)
Die kooperative Führung ist eine wesentliche Voraussetzung für Motivation und Engagement aller Mitarbeiter in der Pflege. Diese Führung soll in unserem Pflegealltag von jedem Mitarbeitenden, entsprechend seinem Enwicklungsstand, wertschätzend erlebt werden.
Dies erreichen wir durch:
Eine gute Patientenversorgung erfordert ein motiviertes und kreatives „Zusammenspiel“ im therapeutischen Team. Im Sinne einer Kultur der gegenseitigen Wertschätzung hat jeder die Möglichkeit, seine Fähigkeiten und Ideen einzubringen.
Dies erreichen wir durch:
Die komplexen Aufgabenstellungen im Krankenhaus erfordern neue Formen der Zusammenarbeit und Interaktion. Status-, Macht- und Konkurrenzkämpfe sowie Abteilungsdenken schaden der Allgemeinheit und schwächen alle beteiligten Gruppen.
Wir als Pflegende setzen uns für die Schaffung effektiver, sachlicher und professioneller Kooperationsbeziehungen im Sinne eines umfassenden Patientenmanagements ein.
In unseren Krankenhäusern arbeiten alle Berufsgruppen und Beteiligten zum Wohle der Patienten zusammen!
Dies erreichen wir durch:
Nicht durch ständiges Sparen bringt man es zu etwas, sondern eher dadurch, dass man darauf bedacht ist, nichts zu vergeuden. (Loeopoldo Arosemena)
Wirtschaftliche Leistungserbringung im Sinne eines effizienten Mitteleinsatzen ist eine entscheidende Grundlage für die zukünftige Sicherung einer guten Patientenversorgung.
Wir wissen um die begrenzten Ressourcen in allen Bereichen des Sozial- und Gesundheitswesens. Darum stellt sich die Pflege, als eine der größten Berufsgruppen im Gesundheitsbereich, der Herausforderung der Wirtschaftlichkeit.
Zur Erfüllung unserer gesellschaftlichen Aufgabe und zur Sicherung unserer Einrichtungen und damit unserer Arbeitsplätze muss Pflege unter dem Gebot der Wirtschaftlichkeit qualitativ gut sein.
Dies erreichen wir durch:

(Dietrich Bonhoeffer)
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