Die Eigenblutspende

Bei einer Operation kann es notwendig werden, einen größeren Blutverlust zu ersetzen. In den meisten Fällen geschieht dies durch Blutkonserven (Konzentrat roter Blutkörperchen und Plasmakomponenten), die gesunden Blutspendern entnommen und sorgfältig aufbereitet worden sind. Aber auch bei allergrößter Sorgfalt gibt es Risiken, die nicht vermieden werden können.


Diese seltenen Risiken sind

  • Unverträglichkeitsreaktionen (Hämolytische und nicht- hämolytische - Reaktionen) -->  sehr selten, meist Folge von nicht gruppengleicher Transfusion
  • Allergische Transfusionsreaktionen
  • Übertragung von Infektionskrankheiten (bakterielle, virale oder Prionen) --> sehr selten durch Spendertestung und Spenderausschluss
  • Graft– ersus–Host Erkrankung (Lymphozyten vermittelte Abstoßung)


Die Verwendung eigenen Blutes oder seiner Bestandteile hilft, die genannten Risiken noch weiter zu vermindern.


Eigenblutspende

Eigenblut- oder Plasmaspende

Für planbare Operationen gibt es die Möglichkeit der Eigenblutspende. Dabei wird Ihnen vor der Operation Blut entnommen. Dieses wird in seine Bestandteile aufgetrennt.

 

 

Blutverdünnung (Hämodilution)

Vollblut wird unmittelbar vor einer Operation unter gleichzeitiger, adäquater Substitution des Blutvolumens entnommen und intra- oder postoperativ retransfundiert.

 

Autotransfusion

Währen der Operation wird das Blut aus der Wunde abgesaugt, durch "Waschen" der roten Blutkörperchen aufbereitet und dem Patienten wieder zurückgegeben.


Diese drei Verfahren werden - je nach der individuellen Situation - auch kombiniert angewendet.


Wann ist die Eigenblutspende sinnvoll ?

Grundsätzlich kann die Eigenblutspende für jeden Patienten mit einer zeitlich planbaren größeren Operation mit einer Transfusionswahrscheinlichkeit von mehr als 10 % sinnvoll sein. Selbstverständlich ist eine Untersuchung auf Eignung zur Eigenblutspende erforderlich. Feste Altersgrenzen sind nicht vorgegeben. Allerdings gibt es Einschränkungen bei Kindern unter 20 kg Körpergewicht, in der Schwangerschaft und bei Tumorleiden. Wichtige Kriterien sind vor allem ein ausreichender Gehalt des Blutes an rotem Blutfarbstoff und der allgemeine Gesundheitszustand.


Wann ist die Eigenblutspende NICHT sinnvoll ?

Auch diese Frage kann selbstverständlich nur nach Ihrer individuellen Situation entschieden werden. Aber es gibt durchaus Situationen, in denen einen Eigenblutspende nicht sinnvoll oder nicht möglich ist.

Dies gilt vor allem bei

  • Störungen der Blutbildung
  • Erkrankungen des Blutes
  • ausgeprägt niedrigem oder hohem Blutdruck
  • schweren Lungenerkrankungen, Asthma
  • frischem Herzinfarkt oder schwerer Herzleistungsschwäche
  • allgemeinen oder lokalen - insbesondere bakteriellen - Infekten, Fieber,  Anfallsleiden
  • Schwangerschaft.

 

Die rechtliche Situation

Die Eigenblutspende setzt Ihr Einverständnis und Ihre Bereitschaft zur aktiven Mitarbeit voraus: Sie müssen wirklich selbst wollen. Andernfalls sollten Sie darauf verzichten.Ihr Arzt ist verpflichtet, Sie vor einer Operation über die verschiedenen Möglichkeiten der Verwendung eigenen Blutes oder Plasmas aufzuklären. Falls ein Krankenhaus ausnahmsweise keine der oben geschilderten Möglichkeiten der Eigenblutverwendung anbieten kann, muss ein anderes Krankenhaus genannt werden. Sie können sich dann dorthin überweisen lassen.Dieser Text informiert Sie über die Möglichkeiten der Eigenblutspende. Er ersetzt nicht das notwendige Gespräch mit Ihrem Arzt, das Ihnen hilft, sich für den besten Weg der Vorbereitung auf Ihre Operation zu entscheiden.


Die ärztliche Entscheidung

In den meisten Fällen wird Ihr zur Operation einweisender Arzt etwa 6 Wochen vor der stationären Aufnahme klären, ob die Eigenblutspende sinnvoll und möglich ist. Nach der Festlegung des Operationstermins und der zu entnehmenden Menge sprechen sie den Ablauf der Eigenblutgewinnung mit dem entnehmenden Arzt im Krankenhaus oder im Blutspendedienst ab. Die Voruntersuchungen zur Spendefähigkeit führt meistens der einweisende Arzt durch. Diese bringen sie zur ersten Entnahme mit. Ihr betreuender Arzt, der Operateur und der Narkosearzt arbeiten bei der Eigenblutspende eng zusammen, um die Entnahme und den Einsatz optimal zu koordinieren.



Die Entnahme

Die Eigenblutspende verläuft wie eine normale Spende von Blut oder Plasma. Meist werden zwei bis vier Eigenblutkonserven entnommen: Jeweils eine pro Woche. Bereits vor der ersten Blutentnahme wird normalerweise die Blutbildung durch die Gabe von Eisen-Medikamenten unterstützt. Das entnommene Blut wird sorgfältig untersucht, zum Beispiel auch auf eine Infektion mit HIV oder Hepatitis. Sollte eine dieser Infektionen im Blut nachgewiesen werden, ist die Eigenblutverwendung normalerweise nicht möglich.


Die Verwendung

Eigenblut wird besonders gekennzeichnet und gelagert, um eine Verwechslung mit anderen Konserven auszuschließen. Das Ihnen entnommene Blut oder Plasma darf ausschließlich nur Ihnen selbst zur Verfügung gestellt werden. Falls es Ihnen nicht selbst gegeben wird, muss es vernichtet werden. Durch die eingeschränkte Lagerfähigkeit des Blutes wird die verfügbare Zeit bis zur Operation begrenzt.


Die Kosten

Die Kosten der Eigenblutspende werden vom transfundierenden Krankenhaus getragen.


(Auszüge aus einem Informationsblatt der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Postfach 910152, 51071 Köln. Die Schrift ist kostenlos erhältlich bei der BZgA unter der Bestellnummer 60100000.)

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Auszüge aus dem Informationsblatt der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

Postfach 910152

51071 Köln.

Die Schrift ist kostenlos erhältlich bei der BZgA unter der Bestellnummer 60100000.