Anästhesie

Anästhesie

Der Begriff Anästhesie stammt aus dem Altgriechischen und bedeutet "ohne Empfindung, Gefühllosigkeit".


 

Anästhesiologie ist die Lehre von der Schmerzfreiheit zur Durchführung operativer und bisweilen auch diagnostischer Eingriffe.


 

Wir unterscheiden die Regionalanästhesie, d. h. die Schmerzausschaltung durch örtliche Betäubungsverfahren von der Allgemeinanästhesie, die mit Bewusstseinsverlust verbunden ist.


 

Die erste Anästhesie ist in Genesis II, 21 beschrieben:

"Da ließ Gott der Herr einen tiefen Schlaf fallen auf den Menschen und er schlief ein. Und er nahm seiner Rippen eine und schloss die Stätte zu mit Fleisch."

Anästhesie Darstellung

Unsere Vorfahren kamen nicht lange in den Genuss der Schmerzfreiheit, denn nach dem Sündenfall kam es zu folgender Strafe: "Und zum Weibe sprach er: Ich will dir viel Schmerzen schaffen, wenn du schwanger wirst; du sollst mit Schmerzen Kinder gebären." (Genesis II,16)

Die Grausamkeit chirurgischer Eingriffe hatte erst ein Ende mit der ersten Anwendung der Äthernarkose durch William T. Morton 1846 im Massachusetts General Hospital zu Boston:


 

"Before whom, in all Time, Surgery was Agony. By whom Pain in Surgery was Averted and Anulled. Since whom Science has Control of Pain."


 

(Vor ihm, zu aller Zeit, war Chirurgie höchste Qual. Durch ihn wurde Schmerz abgewendet und aufgehoben. Seit ihm hat die Wissenschaft Kontrolle über den Schmerz.)

Moderne Anästhesie

Von der Äthernarkose bis zur modernen Anästhesie

Die Entwicklung im Nachkriegsdeutschland war weit hinter der in den angelsächsischen und skandinavischen Ländern zurück.

Erst 1953 wurde auf dem Ärztetag in Lindau die Aufnahme eines Facharztes für Anästhesie in die deutsche Weiterbildungsordnung beschlossen.

Die moderne Anaesthesie ebnete den Weg für die rasante Entwicklung der operativen Medizin. Das junge Fachgebiet hat dabei nicht nur Akzente im Bereich der Narkosetechnik gesetzt.


 

Im modernen Krankenhaus übernimmt der Anaesthesist wichtige Aufgaben in der Operationsvorbereitung, der Organisation und Durchführung des Operationsbetriebes. Er ist neben der Durchführung von Betäubungsverfahren für die Überwachung, Wiederherstellung und Aufrechterhaltung lebenswichtiger Funktionen im OP und auf der Intensivstation zuständig, er übernimmt die unmittelbare postoperative Nachsorge im Aufwachraum, ist in aller Regel für die Schocktherapie und Notfallmedizin zuständig, er leitet das Transfusionswesen im Krankenhaus und ist zentraler Ansprechpartner in der Behandlung akuter und chronischer Schmerzen.


 

Auf der einen Seite Funktionseinheit im Herzen der operativen Medizin, auf der anderen Seite ärztlicher Sachwalter der vitalen Interessen der ihm anvertrauten Patienten lebt er im Spannungsfeld zwischen Dienstleistung und ärztlicher Verantwortung.


 

In unserer Klinik für Anästhesiologie wurden im Jahr 2008 insgesamt 7300 Anästhesien durchgeführt. Der Anteil an Regionalanästhesien liegt in der Regel zwischen 25 und 30%. Außerdem werden Allgemeinanästhesien häufig mit regionalen Verfahren kombiniert.

 

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Dr. med. Franz Josef Schlüter
Chefarzt der Klinik für Anästhesiologie, operative Intensivmedizin und Schmerztherapie
Telefon: +49 (0)5251 702-1700
Telefax: +49 (0)5251 702-1798
fj.schlueter@bk-paderborn.de